Gestickte Firmenkleidung im Stickrahmen mit Stickvlies und Garnrollen auf einer Werkbank

Sticken oder drucken? Der ehrliche Leitfaden für Firmenkleidung

Die meisten Anfragen zur Stickerei kommen mit einer fertigen Meinung. Entweder „wir wollen alles gestickt haben, das wirkt hochwertiger“, oder „sticken ist doch viel zu teuer“. Beides stimmt manchmal und beides ist als Faustregel unbrauchbar.

Stickerei ist kein besserer Druck. Sie ist ein anderes Verfahren mit einer eigenen Logik, eigenen Kostentreibern und ein paar harten Grenzen, die man kennen sollte, bevor das Logo steht. Dieser Text erklärt, wonach abgerechnet wird, wo Stickerei die klar bessere Wahl ist und bei welchen Textilien du besser die Finger davon lässt.

Wenn du dich generell zwischen den Verfahren entscheiden willst, ist unser Vergleich der Druckverfahren der bessere Einstieg. Hier geht es in die Tiefe: nur Stickerei, dafür richtig.

Die kurze Antwort, falls du wenig Zeit hast

Stickerei lohnt sich, wenn das Kleidungsstück lange getragen und oft gewaschen wird, wenn es nach Firma aussehen soll und nicht nach Werbeartikel, und wenn dein Logo nicht aus filigranen Details besteht. Also bei Polos, Softshell- und Fleecejacken, Hemden, Caps und Arbeitskleidung.

Sie lohnt sich nicht bei Fotomotiven, Farbverläufen, sehr kleiner Schrift und bei großflächigen Rückenmotiven. Da wird es teuer, schwer und optisch selten gut.

Und der Punkt, der die meisten überrascht: Bei kleinen Mengen ist Stickerei oft günstiger als Siebdruck. Warum, steht weiter unten.

Wonach beim Sticken wirklich abgerechnet wird

Beim Druck zahlst du grob nach Fläche und Farbanzahl. Beim Sticken zahlst du nach Stichzahl. Das ist der wichtigste Satz in diesem Artikel, weil daraus fast alles Weitere folgt.

Marktüblich sind laut Anbieterpreisen (Stand 2026) etwa 1,50 Euro pro 1.000 Stiche ab kleineren Auflagen, je nach Anbieter und Menge etwa 1 bis 2 Euro. Zur Einordnung, was das in der Praxis heißt:

  • Schlichtes Brustlogo, zwei Farben: etwa 2.000 bis 3.000 Stiche
  • Firmenlogo mit Schriftzug und etwas Detail: 5.000 bis 10.000 Stiche
  • Großes Rückenmotiv: 10.000 bis 15.000 Stiche und mehr

Daraus ergibt sich eine Konsequenz, die im Angebot regelmäßig für Rückfragen sorgt: Die Fläche sagt wenig über den Preis. Ein filigranes Wappen mit vielen kleinen Elementen kann teurer sein als ein doppelt so großes, aber schlichtes Logo. Wer beim Sticken sparen will, reduziert nicht die Größe, sondern die Details.

Was die Stichzahl treibt, ist neben der Größe vor allem die Stichdichte. Als Faustregel arbeitet die Branche mit etwa 0,4 bis 0,45 Millimetern Abstand zwischen den Stepplinien. Der Garnhersteller Amann formuliert das Prinzip dahinter sauberer als jede Zahl es könnte: Die Stickdichte muss der Fadenstärke entsprechen, damit der Stoff vollständig überdeckt wird. Zu dünn, und der Untergrund schimmert durch. Zu dicht, und die Nadel perforiert das Material.

Punchen: der Schritt, den fast alle unterschätzen

Eine Stickdatei entsteht nicht per Knopfdruck aus deinem Logo. Der Vorgang heißt Punchen (oder Digitalisieren), kostet im DACH-Raum marktüblich 20 bis 80 Euro einmalig, typisch 20 bis 40, und ist echtes Handwerk.

Beim Punchen wird nicht konvertiert, sondern festgelegt: in welche Richtung jeder Stich läuft, wo die Maschine den Faden schneidet, an welcher Stelle die Farbe wechselt, wie dicht gestickt wird und welche Unterlegerstiche vorher gesetzt werden. Und das alles im Vorgriff auf das konkrete Textil, das Garn und den Maschinentyp. Dieselbe Grafik wird für Piqué anders gepuncht als für Fleece.

Der Fakt, der in der Praxis am meisten Geld kostet: Eine Stickdatei ist keine Vektorgrafik. Sie lässt sich nicht beliebig skalieren. Die Maschine erlaubt zwar Skalierung bis etwa plus/minus 20 Prozent, aber die Stichzahl bleibt dabei unverändert. Vergrößerst du, wird das Motiv zu locker und der Stoff schimmert durch. Verkleinerst du, steigt die Dichte und die Nadel kann das Material beschädigen. Unbedenklich ist ungefähr plus/minus 3 Prozent, darüber gehört die Datei neu gerechnet.

Praktisch heißt das: Dasselbe Logo für die Brust und für den Rücken sind zwei Stickdateien, nicht eine. Wer das im Angebot nicht sieht und später nachfragt, warum zweimal Punchkosten anfallen, hat genau hier den Grund.

Die gängigen Dateiformate sind DST (Tajima, der Industriestandard), EXP (Melco), dazu PES und JEF aus der Heimsticker-Welt. Wenn du schon einmal irgendwo hast sticken lassen, frag dort nach deiner DST-Datei. Sie gehört in der Regel dir, und sie spart dir bei uns die Punchkosten.

Was wir von dir brauchen, um die Stichzahl zu kalkulieren

Damit wir dir überhaupt einen Preis nennen können, brauchen wir dein Logo als Vektordatei. Das sind die Formate AI, EPS, SVG oder PDF (letzteres nur, wenn die Pfade wirklich als Vektoren drinstecken und nicht bloß ein Bild eingebettet ist).

Der Grund ist einfach: Beim Punchen müssen Kanten und Flächen exakt nachgezeichnet werden. Aus einem JPG oder einem PNG mit 500 Pixel Breite lässt sich das nur schätzen, und geschätzte Kanten sieht man später im Stick. Eine Vektordatei lässt sich dagegen verlustfrei auf die tatsächliche Stickgröße bringen, und erst daraus ergibt sich die Stichzahl, nach der abgerechnet wird.

Schick uns am besten gleich mit dazu:

  • Die gewünschte Größe in Zentimetern, mindestens die Breite. Ohne Größe keine Stichzahl, und ohne Stichzahl kein Preis.
  • Die Position: linke Brust, Ärmel, Rücken, Cap.
  • Die Farben, idealerweise als Pantone- oder HKS-Werte. Stickgarn wird nicht gemischt, wir suchen den nächstliegenden Garnton aus dem Farbfächer.
  • Das Textil, auf das gestickt werden soll, weil Piqué anders gepuncht wird als Fleece.

Wenn du nur ein PNG oder ein Foto vom Logo hast, ist das kein Ausschlusskriterium. Dann muss die Vorlage vorher nachgezeichnet werden, das kostet extra und dauert etwas länger. Sag uns in dem Fall einfach Bescheid, wir schätzen den Aufwand vorab.

Satin oder Fill: warum manche Logos einfach nicht gehen

Es gibt im Wesentlichen drei Sticharten, und die Unterscheidung erklärt die meisten Grenzen:

  • Plattstich (Satinstich): eng nebeneinanderliegende Zickzackstiche. Der Stich, der glänzt, weil er das meiste Licht reflektiert. Für Buchstaben, Umrandungen und schmale Flächen.
  • Füllstich (Tatami): eng geführte Stepplinien, die Flächen ausfüllen. Matter, dafür stabil auf großen Flächen.
  • Steppstich: der einfache Doppelsteppstich für Konturen und Details.

Interessant ist der Umschlagpunkt. Satinstiche funktionieren gut bis etwa 10 Millimeter Breite, ideal bis 12. Auf Kleidungsstücken empfiehlt die Software-Seite eher maximal 7 Millimeter. Darüber werden die Stiche so lang, dass sie hängenbleiben und ausreißen, das nennt sich Snagging. Dann muss die Fläche als Füllstich gestickt werden, und sie verliert den Glanz. Nach unten ist bei etwa 1,5 Millimetern Schluss, darunter reicht der Platz für die glänzende Oberfläche nicht mehr.

Bei Schrift liegt die Grenze als Faustregel bei etwa 5 Millimetern Höhe, Serifenschriften brauchen eher 7. Unter 4 Millimetern wird aus Buchstaben eine Fadensammlung. Es geht filigraner, aber nur mit Spezialgarn: Amann gibt für das dünne Serafil 120/2 beziehungsweise 200/2 Schrifthöhen bis 2 Millimeter an. Mit Standardgarn der Stärke 40 ist das nicht zu machen.

Wenn dein Logo einen Claim im Kleingedruckten hat, ist das der Moment für eine reduzierte Fassung fürs Sticken. Das ist keine Notlösung, sondern gute Praxis. Amann nennt es sachlich: Details werden in der Stickerei vereinfacht umgesetzt.

Das Vlies entscheidet, ob die Stickerei die zehnte Wäsche übersteht

Unter jeder Stickerei liegt ein Stickvlies, und die Wahl ist keine Kleinigkeit. Grob gilt:

  • Reißvlies (tear-away) für stabile Gewebe. Der Überstand wird nach dem Sticken weggerissen.
  • Schneidvlies (cut-away) für Maschenware, also Jersey, Single Jersey, Sweat. Es bleibt dauerhaft im Kleidungsstück und wird nur beschnitten. Amann ist da eindeutig: bei Maschenware Schneidvlies, um Maschenschäden beim Reißen auszuschließen.
  • Wasserlösliches Vlies und Folie dort, wo nichts zurückbleiben darf, und als Deckfolie auf flauschigen Materialien.

Die entscheidende Frage ist also nicht Jersey gegen Piqué, sondern dehnbar gegen stabil. Ein T-Shirt aus Single Jersey braucht Schneidvlies, ein Polo aus festem Piqué kommt oft mit Reißvlies aus.

Und hier liegt der Grund für ein Problem, das erst spät sichtbar wird: Puckering, also Wellenbildung rund um die Stickerei nach ein paar Wäschen. Das ist kein Stickfehler im engeren Sinn, sondern ein Schrumpfkonflikt. Baumwolle läuft ein, Polyester-Stickgarn praktisch nicht. Das Vlies entscheidet, ob das Textil dagegenhält. Schneidvlies bleibt lebenslang drin und stabilisiert weiter, Reißvlies ist nach einiger Zeit wirkungslos.

Zwei weitere Ursachen kommen aus der Produktion: ein zu großer Stickrahmen und Maschenware, die gedehnt eingespannt wurde. Der saubere Weg ist, nur das Vlies einzuspannen und das Textil verzugsfrei darauf zu fixieren. Wer bei Jersey am Vlies spart, sieht das nicht bei der Abnahme, sondern nach Wäsche zehn.

Wo Sticken schwierig wird: Softshell, Fleece und Funktionsware

Hier wird es unbequem, deshalb sagen wir es deutlich.

Softshell und wasserdichte Jacken: Jeder Stich ist ein Loch. Bei einer laminierten Membran heißt das, dass die Jacke an der bestickten Stelle nicht mehr dicht ist, egal was ein Anbieter verspricht. Es gibt Wege damit umzugehen, etwa nur das Obermaterial zu besticken oder die Stelle nachträglich abzudichten. Aber die Physik lässt sich nicht wegdiskutieren. Bei echter Wetterschutzkleidung ist die ehrliche Antwort oft: Logo an eine unkritische Stelle, oder ein anderes Verfahren.

Nebenbei: Wenn dir jemand eine bestickte Membranjacke als „absolut wasserdicht“ verkauft, ist das Marketing. Wir haben dafür keine belastbare technische Quelle gefunden.

Fleece, Frottee und flauschige Oberflächen: Hier versinken die Stiche im Flor, das Ergebnis wird ungleichmäßig. Die Lösung ist eine wasser- oder hitzelösliche Folie, die oben mitgestickt wird und die Stiche am Einsinken hindert. Das ist Standard, muss aber eingeplant werden.

Stretch und Elasthan: Braucht Unterlegerstiche zur Stabilisierung und eine Nadel mit Kugelspitze, damit die Maschen nicht beschädigt werden.

Strukturierte Stoffe wie Piqué, Cord oder Jeans: Ein Detail, das Profis unterscheidet. Die Hauptstickrichtung sollte nicht parallel zur Struktur liegen, sondern in einem Winkel dazu. Sonst verschwindet das Motiv optisch in den Rippen.

Caps: der Sonderfall, den fast niemand kennt

Caps werden nicht flach bestickt, sondern in einem Kappenrahmen, der sich auf einer Kreisbahn bewegt, damit die Nadel immer senkrecht einsticht. Daraus folgt eine Regel, die man nicht sieht, aber merkt: Das Motiv muss von der Mitte nach außen gepuncht und gestickt werden, sonst schiebt sich der Verzug auf.

Praktisch heißt das: Eine Stickdatei, die auf dem Polo perfekt sitzt, kann auf der Cap schief wirken, obwohl an der Datei nichts falsch ist. Wenn du beides bestellst, plane zwei Dateien ein.

Ähnliches gilt für Ärmel und Hosenbeine. Dafür gibt es Freiarmrahmen, typisch etwa 100 mal 330 Millimeter. Die Rahmengröße begrenzt übrigens generell die Motivgröße, klassische Industrierahmen liegen bei etwa 200 mal 115 Millimetern, große bei 300 mal 420. Wer ein Rückenmotiv über die volle Breite will, stößt hier an eine physische Grenze.

Das Garn: der Unterschied, der erst nach Monaten auffällt

Standard in der Maschinenstickerei ist Garnstärke 40. Danach wird es interessant, weil es zwei Familien gibt:

  • Polyester-Stickgarn ist mechanisch und chemisch robust. Amann führt dafür ausdrücklich Berufsbekleidung, Heimwäsche und Handtücher als Einsatzgebiet.
  • Viskose-Stickgarn (Rayon) glänzt schöner. Es ist aber mechanisch weniger belastbar und, das ist der harte Punkt, nicht chlorecht.

Für Arbeitskleidung, die in die Industriewäsche geht, ist das ein Ausschlusskriterium. Der Glanzunterschied ist im Muster verführerisch, aber wenn die Wäscherei mit Chlor arbeitet, ist die Stickerei nach ein paar Monaten stumpf und ausgefranst. Genau hier gehen billige Stickereien kaputt, und der Kunde denkt, Stickerei halte generell nicht.

Zur Waschbeständigkeit noch eine ehrliche Einordnung: Anbieter werben gern mit „95 Grad Industriewäsche, 100 Waschgänge und mehr“. Das ist plausibel und passt zu den Materialeigenschaften, aber es sind Anbieterangaben, keine Prüfnormen. Belastbar ist die Richtung: Stickerei überlebt in der Regel das Textil, weil das Motiv aus Garn besteht und nicht aufliegt. Was vorher kaputtgeht, ist meist der Stoff drumherum.

Nachhaltiges Stickgarn: ja, das gibt es

Weil uns die Frage regelmäßig gestellt wird und die Antwort erfreulich konkret ist: Es gibt GRS-zertifiziertes Stickgarn aus recyceltem Polyester. Madeira Polyneon Green besteht zu 100 Prozent aus recyceltem Polyester aus Post-Consumer-PET-Flaschen. Die GRS-Zertifizierung erfolgte laut Hersteller durch ECOCERT Greenlife (Lizenznummer 240979), dazu ist das Garn nach OEKO-TEX Standard 100, Anhang 6, Produktklasse I zertifiziert, also der strengsten Klasse, die sonst für Babyartikel gilt. Verfügbar in 108 Farben in Stärke 40.

Das ist deshalb relevant, weil es keinen Kompromiss verlangt: Stärke 40 ist der Standard, die Stickdatei bleibt dieselbe, die Farbauswahl reicht für praktisch jedes Corporate Design. Daneben gibt es mit Madeira Sensa Green ein Garn aus TENCEL Lyocell in 144 Farben, das komplett in Deutschland gesponnen und gefärbt wird.

Wenn ihr auf zertifizierte Textilien achtet, ist das der logische nächste Schritt. Welche Siegel beim Textil selbst wirklich etwas aussagen, haben wir im Überblick der Textilsiegel aufgeschrieben.

Der Kostenvergleich, der die meisten überrascht

Die verbreitete Annahme lautet: Sticken ist teuer, Drucken ist günstig. Bei kleinen Mengen stimmt oft das Gegenteil, und der Grund liegt in der Struktur der Einrichtungskosten.

Beim Siebdruck braucht jede Farbe ein eigenes Sieb, marktüblich etwa 45 Euro pro Farbe. Ein vierfarbiges Logo kostet also rund 180 Euro Einrichtung, bevor ein einziges Shirt bedruckt ist. Bei der Stickerei fällt das Punchen einmal an, und zwar unabhängig von der Farbanzahl. Ob dein Logo zwei oder acht Farben hat, ändert an den 20 bis 40 Euro nichts, weil eine Mehrnadelmaschine die Farben ohne Werkzeugwechsel sticken kann.

Daraus ergibt sich grob:

  • Unter 25 Teilen: Siebdruck fällt praktisch raus. Stickerei oder DTF.
  • 25 bis 50 Teile: Stickerei ist bei mehrfarbigen Logos oft günstiger als Siebdruck.
  • Ab etwa 50 bis 100 Teilen mit ein bis zwei Farben: Siebdruck zieht vorbei.
  • Ab 500 Teilen: Siebdruck ist bei einfachen Motiven klar im Vorteil.

Der zweite Kostentreiber ist die Stichzahl pro Teil. Deshalb dreht sich die Rechnung bei großen Motiven wieder: Ein Rückenmotiv mit 15.000 Stichen kostet auch in Menge etwa 22 Euro pro Teil, während der Siebdruck derselben Fläche ab Menge im Cent-Bereich landet.

Woran du eine gute Stickerei erkennst

Ein Test, den du selbst machen kannst, ohne irgendetwas über Sticken zu wissen: Dreh das Textil um und schau dir die Rückseite an. Bei einem korrekt eingestellten Plattstich bildet der Unterfaden etwa ein Drittel der Fläche. Ist es deutlich mehr oder weniger, stimmt die Fadenspannung nicht.

Zweiter Blick: die Kanten. Saubere Satinstiche haben scharfe Ränder. Franst es aus oder wirkt die Fläche wellig, wurde am Unterleger gespart. Das ist der Teil der Stickerei, den man nie sieht und der trotzdem über das Ergebnis entscheidet, weil er den Stoff stabilisiert, Volumen aufbaut und die Kanten schärft. Amann bringt es auf einen Satz: Ein falscher Unterleger ist wertlos.

Die Entscheidung in vier Fragen

  1. Wie lange lebt das Kleidungsstück? Messe-Polo für zwanzig Einsätze oder Arbeitsjacke für drei Jahre? Bei Letzterem gewinnt Stickerei fast immer.
  2. Wie sieht das Logo aus? Klare Formen und Schrift ab 5 Millimetern sticken sich gut. Fotos, Verläufe und Kleingedrucktes nicht.
  3. Welches Material? Piqué, Sweat, feste Gewebe sind unkritisch. Membran, Flor und dünner Single Jersey brauchen eine bewusste Entscheidung.
  4. Wie viele Teile, wie viele Farben? Kleine Menge und mehrere Farben sprechen für Stickerei. Große Menge und ein bis zwei Farben für Siebdruck.

Und der Fehler, der am meisten kostet, ist derselbe wie beim Druck: die zu späte Entscheidung. Wer das Logo fertig gestalten lässt und erst danach fragt, wie es gestickt wird, zahlt drauf oder bekommt einen Kompromiss.

Häufige Fragen zum Besticken

Was kostet es, ein Logo sticken zu lassen?
Abgerechnet wird nach Stichzahl, marktüblich etwa 1,50 Euro pro 1.000 Stiche. Ein schlichtes Brustlogo mit 2.000 bis 3.000 Stichen liegt damit bei rund 3 bis 5 Euro pro Teil. Dazu kommen einmalig 20 bis 40 Euro für das Erstellen der Stickdatei, unabhängig von der Farbanzahl.

Was ist eine Stickdatei und brauche ich die?
Ja. Dein Logo als PNG oder AI kann eine Stickmaschine nicht lesen. Beim Punchen wird festgelegt, in welcher Richtung, Reihenfolge und Dichte gestickt wird. Das Ergebnis ist meist eine DST-Datei. Wenn du schon einmal woanders sticken lassen hast, frag dort nach der Datei, das spart die Kosten.

In welchem Format muss ich mein Logo schicken?
Am besten als Vektordatei, also AI, EPS, SVG oder ein PDF mit echten Pfaden. Daraus lässt sich das Motiv verlustfrei auf die Stickgröße bringen, und erst daraus ergibt sich die Stichzahl, nach der abgerechnet wird. Sag uns dazu die gewünschte Breite in Zentimetern, die Position und das Textil. Ein PNG geht auch, dann muss das Logo aber vorher nachgezeichnet werden, was extra kostet.

Hält Stickerei länger als Druck?
In der Regel ja, weil das Motiv aus Garn besteht und Teil des Textils wird, statt darauf zu liegen. Meist ist das Kleidungsstück vor der Stickerei am Ende. Wichtig ist das richtige Garn: Polyester für Arbeitskleidung und Industriewäsche, Viskose nur dort, wo kein Chlor ins Spiel kommt.

Kann man T-Shirts besticken?
Ja, aber mit Bedacht. Dünner Single Jersey ist weich und dehnbar, deshalb braucht es ein Schneidvlies, das dauerhaft im Shirt bleibt. Bei sehr leichten Shirts unter etwa 150 g/m² trägt die Stickerei sichtbar auf. Auf Polos, Sweatshirts und Hoodies ist Stickerei unkritischer.

Wie klein darf die Schrift beim Sticken sein?
Als Faustregel etwa 5 Millimeter Höhe, bei Serifenschriften eher 7. Darunter laufen die Buchstaben zu. Mit speziellem Feingarn sind laut Herstellerangabe bis zu 2 Millimeter möglich, das ist aber kein Standard.

Kann ich dasselbe Logo auf Brust und Rücken sticken lassen?
Ja, aber es sind zwei Stickdateien. Eine Stickdatei lässt sich nur um wenige Prozent skalieren, weil die Stichzahl beim Vergrößern gleich bleibt und das Motiv dadurch zu locker wird.

Kann man Softshelljacken besticken?
Technisch ja, aber jeder Stich durchdringt die Membran. Die Stelle ist danach nicht mehr wasserdicht. Bei echter Wetterschutzkleidung lohnt es sich, die Logoposition bewusst zu wählen oder ein anderes Verfahren zu nehmen.

Ab welcher Menge lohnt sich Stickerei?
Nach unten gibt es kaum eine Grenze, weil nur einmal Punchkosten anfallen. Schon ab wenigen Teilen ist Stickerei sinnvoll. Nach oben wird sie bei großen Motiven unwirtschaftlich, weil die Stichzahl pro Teil bezahlt wird.

Wenn du unsicher bist, schick uns dein Logo

Die ehrlichste Antwort auf „sticken oder drucken“ bekommst du nicht aus einem Ratgeber, sondern wenn jemand dein konkretes Logo auf deinem konkreten Textil einschätzt. Schick uns dein Logo möglichst als Vektordatei (AI, EPS, SVG oder PDF mit Pfaden) und sag uns dazu, worum es geht: welches Kleidungsstück, wie viele Teile, wie groß das Logo werden soll und wie oft gewaschen wird. Dann rechnen wir die Stichzahl und sagen dir, was wir empfehlen und warum, auch wenn die Antwort „drucken“ lautet.

Wenn du dir vorher ansehen willst, wie unsere Textilien in echt aussehen, schicken wir dir vorab ein kostenloses Mustershirt.

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