Grundschulkinder in einheitlichen tuerkisgruenen T-Shirts auf dem Schulhof

Schul-T-Shirts über den Förderverein: der ehrliche Leitfaden

Der typische Fall sieht so aus: Die Schule wünscht sich einheitliche Shirts, beim Schulfest sollen alle Kinder eines tragen, und irgendwann fällt der Satz „das könnte doch der Förderverein machen“. Ab da liegt das Thema bei dir, ehrenamtlich, zwischen Beruf und Familie. Genau für diesen Moment ist dieser Leitfaden. Er beantwortet die Fragen, die dir sonst niemand beantwortet: Wer darf überhaupt bestellen, wie plant man Größen für einen ganzen Jahrgang, was kostet das wirklich, und was ist mit den Steuern?

Der Anlass ist bei uns kein Theoriefall: Eine Grundschule in Südbaden hat über diesen Weg 190 Shirts bestellt, eines pro Kind, organisiert vom Förderverein, verkauft über die vereinseigene Kasse bei Schulfesten. Aus diesem Projekt stammen die praktischen Zahlen in diesem Text.

Warum der Förderverein bestellt und nicht die Schule

Eine staatliche Schule darf faktisch kein Handelsgeschäft betreiben. Sie kann keine Shirts einkaufen und mit Aufschlag weiterverkaufen, dafür fehlt ihr die rechtliche Form. Der Förderverein als eingetragener Verein ist genau dieses Vehikel: Er hat ein Konto, kann Rechnungen empfangen und darf verkaufen. Wenn in der Satzung etwas wie „Förderung der Schulgemeinschaft“ steht, zahlt ein Schul-Shirt sogar wörtlich auf den Vereinszweck ein.

In der Praxis entscheidet deshalb eine kleine Kette: Der Förderverein beschließt und bezahlt, die Schulleitung gibt Logo, Schulname und Farben frei (sie hat hier ein Vetorecht), und der Elternbeirat hilft oft bei Organisation und Verteilung. Plane die Logo-Freigabe von Anfang an ein, sie ist der häufigste Verzögerer.

Sammelbestellung oder Schulshop: was passt zu euch?

Es gibt zwei Modelle, wie Schulen an Shirts kommen. Beim Print-on-Demand-Schulshop bestellt jede Familie einzeln in einem Onlineshop, bezahlt selbst und bekommt nach Hause geliefert. Bequem, aber pro Stück spürbar teurer, weil jedes Shirt einzeln produziert wird. Bei der Sammelbestellung sammelt der Verein die Bestellungen, ordert einmal gesammelt und verteilt selbst. Das ist pro Shirt deutlich günstiger und es gibt einen einzigen Ansprechpartner, dafür bleibt das Verteilen bei euch.

Wir sind ehrlich: Einen Print-on-Demand-Shop bieten wir nicht an. Wir sind der Partner für die Sammelbestellung, und die passt zu den meisten Fördervereinen besser, als es zunächst klingt. Denn verteilen könnt ihr nachweislich: Wer beim Schulfest einen Getränkestand stemmt, verteilt auch 190 Shirts. Der Preisvorteil bleibt in der Vereinskasse, und genau dafür ist sie da.

Größen für einen ganzen Jahrgang planen

Die häufigste Sorge ist die Größenverteilung, und sie ist berechtigt: Wer für 190 Kinder bestellt, kann nicht jedes Kind vermessen. Die gute Nachricht: Über einen ganzen Jahrgang verteilen sich Größen erstaunlich vorhersehbar. Als Faustregel für eine Grundschule hat sich bewährt:

  • Klasse 1: überwiegend 116 und 128
  • Klasse 2: 128 als Kern, etwas 116 und 140
  • Klasse 3: 128 und 140 zu etwa gleichen Teilen
  • Klasse 4: 140 als Kern, dazu 152 für die Großen
  • Puffer: 5 bis 10 Prozent über den Bedarf, verteilt auf die mittleren Größen

Der Puffer ist kein Verlust: Nachzügler, Neuzugänge im nächsten Schuljahr und die Fälle, in denen ein Shirt zu klein ausfällt, brauchen ihn zuverlässig. Wie du Größen bei Kindern generell planst, inklusive der Frage „lieber eine Nummer größer?“, steht ausführlich in unserem Leitfaden zur Größenplanung mit Kindern.

Was kostet ein Schul-T-Shirt wirklich?

Die ehrliche Antwort: Es hängt an Menge, Textilqualität und Veredelung, und die Spanne ist groß. Ein Billig-Shirt aus dem Discount-Segment bekommst du für wenige Euro, ein fair produziertes Bio-Shirt mit hochwertigem Druck liegt spürbar darüber. Der Mehrpreis kauft drei Dinge, die bei Kinderkleidung den Unterschied machen: Waschbeständigkeit (ein Schul-Shirt wird öfter gewaschen als jedes Vereinstrikot), Formstabilität und einen Druck, der nach zwanzig Wäschen noch wie ein Logo aussieht und nicht wie eine Erinnerung daran.

Zwei Punkte solltet ihr beim Vergleichen immer abfragen: Erstens die Nachbestellbarkeit, also ob es dasselbe Shirt in derselben Farbe auch in zwei Jahren noch gibt, wenn der nächste Jahrgang kommt. Zweitens den Staffelpreis: Ab etwa 20 Stück wird es pro Shirt deutlich günstiger, eine schulweite Bestellung spielt in einer ganz anderen Preisklasse als zehn Einzelkäufe.

Muss der Förderverein auf den Verkauf Steuern zahlen?

Kurz gesagt: Der Verkauf von Shirts ist für einen gemeinnützigen Verein ein sogenannter wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb. Dafür gibt es Freigrenzen bei Körperschaft- und Gewerbesteuer sowie die Kleinunternehmerregelung bei der Umsatzsteuer, und bei den Größenordnungen einer einzelnen Schul-Shirt-Aktion bleiben die meisten Fördervereine deutlich darunter. Aber: Die Grenzen ändern sich, und wir sind keine Steuerberater. Klärt das vor der Aktion in einem kurzen Gespräch mit eurem Steuerberater oder der zuständigen Finanzamts-Servicestelle, das dauert selten länger als einen Anruf.

So läuft die Sammelbestellung ab

  • Anfrage: Ihr schickt uns über die Anfrage kurz Anlass, ungefähre Stückzahl und Wunschtermin. Wir arbeiten ab 20 Teilen pro Motiv.
  • Beratung und Muster: Wir empfehlen Textil und Veredelung passend zu Budget und Zweck. Auf Wunsch bekommt ihr vorab ein kostenloses Mustershirt in die Hand.
  • Logo-Freigabe: Ihr klärt die Freigabe mit der Schulleitung, wir liefern dafür eine saubere Druckvorschau.
  • Produktion: Nach eurer Freigabe produzieren wir gesammelt, das dauert je nach Saison etwa zwei bis drei Wochen.
  • Sammellieferung: Alles kommt in einer Lieferung an die Schule oder zu euch, sortiert nach Größen.

Dasselbe Modell funktioniert übrigens auch am anderen Ende der Schulzeit: Für Abschlussklassen gibt es unsere Abschluss-Shirts und Abschlusspullis, die genauso als Sammelbestellung laufen.

Nachhaltig heißt hier konkret

Eltern fragen bei Kinderkleidung zu Recht genauer nach. Unsere Schul-Shirts sind aus Bio-Baumwolle und fair produziert, die Textilien tragen die entsprechenden Zertifizierungen der Hersteller. Wichtig für Fairtrade-Schools und die, die es werden wollen, sagen wir es ehrlich: Faire Schulkleidung passt zur Haltung einer Fairtrade-School, ersetzt aber keinen Siegel-Nachweis im Sinne der Programmkriterien. Wer damit werben will, sollte die Kriterien des Programms selbst prüfen.

Wenn ihr neben Shirts auch Hoodies oder T-Shirts für Lehrerkollegium und Eltern mitdenken wollt: Auch das läuft über dieselbe Sammelbestellung, und für Vereine im klassischen Sinn haben wir einen eigenen Leitfaden zur Vereinskleidung.

Häufige Fragen

Wer darf an einer Schule T-Shirts verkaufen?

Praktisch immer der Förderverein als e.V., nicht die Schule selbst. Die Schulleitung gibt Logo und Namen frei, verkauft aber nicht.

Ab welcher Menge lohnt sich eine Sammelbestellung?

Bei uns ab 20 Teilen pro Motiv. Richtig interessant wird der Stückpreis ab etwa 50 Shirts, eine schulweite Bestellung ist die günstigste Variante pro Stück.

Können Eltern einzeln nachbestellen?

Nicht laufend, das ist die ehrliche Grenze des Sammelmodells. Bewährt hat sich ein Nachbestell-Fenster pro Schuljahr, zum Beispiel nach der Einschulung, plus der Größen-Puffer aus der Erstbestellung.

Was ist mit Shirts zur Einschulung?

Die Einschulung ist der beste wiederkehrende Anlass: Jedes Jahr kommt ein kompletter neuer Jahrgang. Wer die Erstbestellung im Sommer plant, nimmt die neuen Erstklässler am besten gleich mit auf.

Wie lange dauert es von der Anfrage bis zur Lieferung?

Realistisch vier bis sechs Wochen inklusive Abstimmung und Logo-Freigabe. Zum Schuljahresstart oder vor einem Schulfest gilt: lieber sechs Wochen vorher anfragen als drei.

Lust, das selbst zu testen?

Am ehrlichsten überzeugt das Ergebnis in der Hand. Wir schicken dir darum ein kostenloses Mustershirt mit deinem Logo, hochwertig bedruckt, damit du Qualität und Haptik in Ruhe selbst prüfen kannst.

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