Siebdruckrahmen, Rakel, Stickgarn und Transferfolie neben bedrucktem Shirt in einer Textilwerkstatt

Druckverfahren im Vergleich: Siebdruck, DTF, DTG, Flex und Stickerei

Die Frage kommt fast immer zu spät. Meistens dann, wenn das Motiv schon steht, die Größen durch sind und jemand im Angebot das Wort Siebdruck liest und sich fragt, was die Alternative gewesen wäre. Dabei entscheidet das Druckverfahren mehr über das Ergebnis als die Textilmarke, und es ist die einzige Entscheidung im ganzen Prozess, die sich hinterher nicht mehr korrigieren lässt.

Dieser Text ordnet die fünf Verfahren ein, die im Alltag tatsächlich vorkommen. Ohne Rangliste, weil es die nicht gibt. Ein Verfahren, das für 300 Vereinstrikots ideal ist, ruiniert die Kalkulation bei 15 Hoodies, und umgekehrt.

Die kurze Antwort, falls du wenig Zeit hast

VerfahrenLohnt abStärkeSchwäche
Siebdruckca. 50 TeileHaltbarkeit, Preis pro Stück bei MengeEinrichtkosten je Farbe, keine Fotomotive
DTF (Direct to Film)1 Teilvolle Farbigkeit ohne MindestmengeKunststoffschicht auf dem Stoff, Griff
DTG (Direct to Garment)1 Teilweichster Griff bei Fotomotivennur Baumwolle, schwache Deckung auf Dunkel
Flex / Flock1 Teilbrillante Einzelfarben, Namen und Nummernkeine Verläufe, Fläche wird schnell steif
Stickereica. 25 TeileWertigkeit, praktisch unbegrenzt haltbarkeine feinen Details, Preis nach Stichzahl

Siebdruck: das Verfahren, das alle anderen überlebt

Beim Siebdruck wird Farbe durch ein feinmaschiges Gewebe auf den Stoff gedrückt. Für jede Farbe im Motiv braucht es ein eigenes Sieb, das vorher belichtet und eingerichtet wird. Genau daraus ergibt sich die gesamte Ökonomie des Verfahrens: Die Einrichtung kostet unabhängig davon, ob danach 20 oder 2.000 Teile laufen.

Der entscheidende technische Unterschied zu allen anderen Verfahren: Die Farbe liegt nicht nur auf dem Gewebe, sie verbindet sich damit. Deshalb hält Siebdruck in Vergleichstests 50 bis 100 Waschgänge und mehr, während einfache Transferdrucke oft bei 10 bis 20 Waschgängen sichtbar nachlassen. Bei Arbeitskleidung, die wöchentlich in die Maschine geht, ist das kein Detail, sondern der Unterschied zwischen zwei Jahren und zwei Monaten.

Was im Angebot selten erklärt wird Der Preisunterschied zwischen einem einfarbigen und einem vierfarbigen Siebdruck liegt fast vollständig in der Einrichtung, nicht im Druck selbst. Wer ein Motiv von vier auf zwei Farben reduziert, spart bei kleinen Auflagen oft mehr als durch den Wechsel zu einem günstigeren Textil. Das ist der wirksamste Hebel überhaupt, und er kostet nur eine Gestaltungsentscheidung.

DTF: das Verfahren, das die Branche gerade umbaut

DTF steht für Direct to Film. Das Motiv wird zunächst spiegelverkehrt auf eine Folie gedruckt, dann wird auf die noch feuchte Farbe ein Klebepulver gestreut, das im Ofen aufgeschmolzen wird. Anschließend presst eine Transferpresse das Ganze auf das Textil.

DTF hat in wenigen Jahren einen großen Teil des Marktes übernommen, und zwar aus einem einzigen Grund: Es kennt keine Mindestmenge und keine Farbbegrenzung. Ein Foto mit tausend Farbnuancen auf ein einzelnes Shirt kostet im Einrichtungsaufwand exakt so viel wie ein einfarbiger Schriftzug, nämlich nichts. Dazu haftet es auf fast allem, auch auf Mischgeweben und Polyester, wo andere Verfahren scheitern.

Der Punkt, den kaum jemand offen anspricht Bei DTF entsteht eine geschlossene Kunststoffschicht auf dem Gewebe. Das Textil atmet an dieser Stelle nicht mehr, und je größer die bedruckte Fläche, desto deutlicher spürt man das beim Tragen. Bei einem Brustlogo fällt es nicht auf, bei einem großflächigen Rückenmotiv auf einem Funktionsshirt sehr wohl. Wer Sporttextilien veredeln lässt, sollte das vorher wissen und nicht hinterher merken.

Ehrlich bleiben muss man auch bei der Nachhaltigkeit. DTF-Tinten sind in der Regel wasserbasiert, was gegenüber lösemittelbasierten Systemen ein echter Fortschritt ist. Das Klebepulver ist jedoch ein Kunststoff, der dauerhaft auf dem Textil verbleibt. Ein DTF-bedrucktes Shirt ist damit ein Materialverbund, und Materialverbunde sind im Textilrecycling das Grundproblem. Das ist kein Argument gegen DTF, aber ein Argument dafür, die bedruckte Fläche nicht größer zu machen als nötig.

DTG: der weichste Griff, mit klaren Grenzen

DTG steht für Direct to Garment und funktioniert wie ein Tintenstrahldrucker, der direkt auf das Textil druckt. Die Tinte zieht in die Faser ein, statt oben aufzuliegen. Deshalb fühlt sich ein DTG-Druck von allen Digitalverfahren am wenigsten nach Druck an, man spürt ihn oft gar nicht.

Die Grenze liegt im Material. DTG braucht Baumwolle, idealerweise reine. Auf Mischgeweben verliert das Ergebnis an Brillanz, auf Polyester funktioniert es kaum. Bei dunklen Textilien muss zusätzlich eine weiße Grundierung vorgedruckt werden, was den weichen Griff teilweise wieder aufhebt und die Kosten deutlich erhöht. DTG ist damit das Verfahren für helle Baumwollshirts mit anspruchsvollen Motiven, und außerhalb dieser Nische selten die richtige Wahl.

Flex und Flock: der Unterschied, den fast alle verwechseln

Beides sind Folien, die per Plotter aus der Fläche geschnitten und dann aufgepresst werden. Der Unterschied liegt in der Oberfläche. Flex ist glatt und leicht glänzend, Flock ist samtig und aufgeraut, vergleichbar mit Velours. Flock trägt sichtbar auf und wirkt dadurch hochwertiger, Flex bleibt flach und unauffällig.

Da die Folie geschnitten wird, gibt es keine Farbverläufe und keine Fotomotive. Jede Farbe ist eine eigene Folienlage. Bei zwei Farben ist das unproblematisch, ab vier wird es aufwändig und teuer. Die klassische Stärke liegt woanders: individuelle Namen und Rückennummern. Wenn 30 Trikots 30 verschiedene Namen tragen sollen, ist Flex konkurrenzlos, weil jede Änderung nur eine neue Plotterdatei bedeutet.

Stickerei: kein Druck, sondern eine Aussage

Gestickt wird mit Garn, das Motiv wird also Teil des Textils. Deshalb hält Stickerei praktisch so lange wie das Kleidungsstück selbst und überlebt auch industrielle Wäsche bei hohen Temperaturen. Auf Polos, Softshelljacken und Fleece ist sie das Verfahren, das nach Firma aussieht und nicht nach Werbeartikel.

Der Preis richtet sich nicht nach der Fläche, sondern nach der Stichzahl. Ein filigranes Logo mit vielen kleinen Elementen kann teurer sein als ein doppelt so großes, aber schlichtes. Feine Schrift unter etwa fünf Millimetern Höhe lässt sich nicht sauber sticken, sie läuft zu. Wer einen Slogan mit Kleingedrucktem hat, braucht dafür ein anderes Verfahren oder eine reduzierte Fassung des Logos. Wie sich die Stichzahl berechnet, welche Vorlage wir dafür brauchen und wo Sticken an Grenzen stößt, steht ausführlich im Leitfaden Sticken oder drucken.

Die Entscheidung in drei Fragen

Wie viele Teile? Unter 25 fallen Siebdruck und Stickerei meist raus, weil die Einrichtung den Stückpreis auffrisst. Über 100 dreht es sich um: Dann ist Siebdruck fast immer am günstigsten, oft deutlich.

Wie viele Farben, und gibt es Verläufe? Sobald Fotos oder weiche Übergänge im Spiel sind, bleiben nur DTF und DTG. Bei ein bis drei klar abgegrenzten Farben ist Siebdruck ab Menge unschlagbar, darunter Flex.

Spielt Nachhaltigkeit eine Rolle? Dann zählt nicht nur das Verfahren, sondern auch das Textil darunter. Woran du erkennst, ob ein Shirt wirklich nachhaltig produziert wurde, erklären wir im Überblick der Textilsiegel, inklusive der Frage, welche Zertifizierungen es für Druckfarben gibt.

Was passiert mit dem Textil im Alltag? Das ist die Frage, die am häufigsten vergessen wird. Ein Poloshirt für Messen wird zwanzig Mal getragen, ein Arbeitsshirt in der Werkstatt zweihundert Mal gewaschen. Für das erste reicht fast jedes Verfahren, für das zweite kommen realistisch nur Siebdruck und Stickerei infrage.

Der Fehler, der am meisten Geld kostet Nicht das falsche Verfahren, sondern die zu späte Entscheidung. Wer das Motiv fertig gestalten lässt und erst danach fragt, welches Verfahren dazu passt, zahlt entweder drauf oder muss das Design ändern. Umgekehrt herum kostet es nichts: Wer vorher weiß, dass zweifarbig gedruckt wird, gestaltet von Anfang an zweifarbig, und niemand vermisst etwas.

Was das für die Lebensdauer bedeutet

Ein Punkt, der gegen einen Teil dieses Geschäfts spricht und trotzdem stimmt: Das haltbarste Verfahren ist fast immer das nachhaltigere, unabhängig vom Material des Textils. Ein Bio-Baumwollshirt, dessen Druck nach 15 Wäschen reißt, wird aussortiert. Ein konventionelles Shirt mit sauberem Siebdruck läuft locker fünf Jahre. Die Ökobilanz entscheidet sich in der Praxis häufiger an der Nutzungsdauer als an der Faser.

Dazu gehört die Pflege, die in jedem Verfahrensvergleich untergeht und trotzdem mehr ausmacht als der Unterschied zwischen zwei Verfahren. Diese fünf Punkte geben wir jeder Lieferung mit:

Damit der Druck auch in einigen Jahren noch strahlt
  • Kleidung nicht mit Weichspüler waschen
  • Textilien vor dem Waschen auf links drehen
  • Sparsam mit Waschmittel sein
  • Waschbar bei maximal 40 Grad
  • Bedruckte Textilien nicht in den Trockner geben

Häufige Fragen zu Druckverfahren

Welcher Textildruck hält am längsten?

Siebdruck und Stickerei. Siebdruck übersteht in Vergleichstests 50 bis 100 Waschgänge und mehr, weil sich die Farbe mit der Faser verbindet statt nur aufzuliegen. Stickerei hält in der Regel so lange wie das Textil selbst, weil das Motiv aus Garn besteht. Einfache Transferdrucke lassen dagegen oft schon nach 10 bis 20 Wäschen sichtbar nach.

Was ist der Unterschied zwischen Transferdruck und Siebdruck?

Beim Siebdruck wird die Farbe direkt durch ein Sieb auf das Textil gedrückt und verbindet sich mit der Faser. Beim Transferdruck entsteht das Motiv zuerst auf einer Folie und wird anschließend mit Hitze und Druck aufgepresst, es liegt also auf dem Gewebe. Daraus folgt der praktische Unterschied: Siebdruck hält länger und lohnt ab etwa 50 Teilen, Transferdruck funktioniert ab einem einzigen Stück und beherrscht beliebig viele Farben.

Welche Nachteile hat der DTF-Druck?

DTF hinterlässt eine geschlossene Kunststoffschicht auf dem Gewebe. An dieser Stelle atmet das Textil nicht mehr, was bei großflächigen Motiven und besonders bei Funktionskleidung spürbar ist. Außerdem entsteht ein Materialverbund aus Textil und Kunststoff, der das spätere Recycling erschwert. Bei kleinen Motiven wie einem Brustlogo fällt beides praktisch nicht ins Gewicht.

Was ist besser, Flex- oder Flockdruck?

Das ist keine Qualitäts-, sondern eine Optikfrage. Flex ist glatt, flach und leicht glänzend, Flock ist samtig aufgeraut und trägt sichtbar auf. Flock wirkt dadurch hochwertiger und eignet sich gut für große, einfache Formen. Flex ist unauffälliger und die bessere Wahl für feine Konturen sowie für Namen und Rückennummern. Beide vertragen keine Farbverläufe.

Ab welcher Menge lohnt sich Siebdruck?

Als Faustwert ab etwa 50 Teilen, bei einfarbigen Motiven teilweise schon früher. Der Grund liegt in den Einrichtkosten: Für jede Farbe muss ein eigenes Sieb belichtet und eingerichtet werden, und dieser Aufwand fällt unabhängig von der Stückzahl an. Bei kleinen Auflagen verteilt er sich auf wenige Teile und macht den Stückpreis unattraktiv, bei großen Mengen verschwindet er fast vollständig.

Welches Verfahren eignet sich für Sportkleidung aus Polyester?

DTF und Flex haften zuverlässig auf Polyester, DTG dagegen kaum, weil es Baumwolle braucht. Bei Funktionstextilien kommt ein zweiter Punkt dazu: Jede geschlossene Druckfläche hebt die Atmungsaktivität an dieser Stelle auf. Deshalb ist bei Sportshirts ein kleineres Motiv oder eine Platzierung abseits der Schweißzonen meist die bessere Entscheidung als ein großflächiger Rückendruck.

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Wie du Teamshirts von der Gestaltung bis zur Größenplanung aufsetzt: Teamshirts gestalten. Warum Ausstattung auf die Arbeitgebermarke einzahlt: Corporate Fashion. Und was mit ausgemusterter Firmenkleidung passieren kann: Upcycling.

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